Montag, 8. November 2010

HIGHLIGHT! Wochenende im Tongariro Nationalpark

Den folgenden Blog widme ich meiner, vor einigen Jahren, verstorbenen Großmama Dora Peterhänsel, an die ich die letzten Tage besonders viel gedacht habe.

Da wir das komplette Wochenende frei hatten, entschied ich mich kurzer Hand in den Tongariro National Park zu fahren und dort ein paar Wandertouren machen. Mit Mathias und Annabell hatte ich auch noch 2 nette Begleitpersonen, die auch froh waren, mal aus unserem kleinen Kaff raus zu kommen und die Nordinsel zu erkunden. Wir starteten also am Freitag Nachmittag in Te Puke, fuhren durch Rotorua, Taupo (wo wir einen kurzen Stop hatten, um ein paar Fotos vom See und einem doppelten Regenbogen zu machen) und Turangi direkt auf einen kleinen Parkplatz mitten im Urwald des Parks. Dort begrüßten uns zahlreiche Vogelarten mit lauten gezwitscher und ein spanisches Ehepaar, die mit ihrem Wohnmobil auch dort übernachten wollten. Bevor es 21Uhr ins Bett ging, genehmigten wir uns noch ein paar leckere Scheiben Toastbrot und verteilten uns anschließend großzügig auf der Matratze im Nissan - gut, es war wirklich wie in der brühmten Tunfischbüchse, aber wenigstens hatten wir einen kostenlosen Schlafplatz. Als ich nachts aufgrund einer randvollen Blase aus dem Auto steigen musste überraschte mich ein unglaublicher Sternenhimmel, der so hell und klar war, dass ich trotz der eisigen Kälte (es waren wohl sicherlich um die Null Grad, denn am Morgen waren die Türen zugefroren) erstmal ein paar Minuten in die Luft starren musste. 7:30Uhr ging es dann los auf den Tongariro Crossing Track, welcher eine komplette Wanderung durch aktive Vulkanlandschaften bietet. Mit einiger Ersatzkleidung, Handschuhen, Schal, Mütze und genügen energiehaltiger Nahrung machten wir uns auf in den Urwald, der nach einem angenehm seichten  Beginn ganz schnell ungemütlich mit tausenden Treppenstufen aufwartete und uns richtig viel Kraft im ersten drittel des Wegen bis zur Ketetahi Hütte (diese sollte unser Ziel für die Mittagspause sein) kostete - Puls und Blutdruck stiegen innerhalb kürzester Zeit auf absolute Grenzwerte an und wir brauchten mehrere Stops, um nicht gleich zu Beginn aus den Latschen zu kippen. Aber als ungeübte Wanderer, wie wir es sind, ist das sicherlich auch normal. Als wir die Baumgrenze überschritten hatten, führte uns der Weg durch Strauch und Kurzgrasgebiete, bis schließlich nur noch ein paar Moose oder Flechten auf Vulkangestein zu finden waren. Der Weg wurde je Höhenmeter auch immer beschwerlicher, sodass man auch größere Gesteinsbrocken, Flussläufe und Schneefelder überwinden musste. Vor allem die Schneefelder waren recht gefährlich gewesen, da sie sich an recht steilen Hängen befanden und über sie nur ein Fußbreiter Trampelpfad führte. Abrutschen wäre an dieser Stelle quasi nicht gerade gesundheitsfördernd gewesen^^. Auf dem Weg in Richtung "Blue Lake" kamen uns 2 Rager entgegen, die sich kurz nach unserem Befinden erkundigten und uns die Wetteraussichten für die Höhenlagen berichteten. Sie erklärten uns, dass es für uns am besten wäre, wenn wir bis zu den "Emerald Lakes" oberhalb des zentralen Karters laufen würden und dann umkehren, da dass Wetter ab dort sehr ungemütlich werden würde - was sich auch so herausstellen sollte. Wir passierten also den "blue lake" und ein großes Schneefeld auf dem zentralen Krater, welcher auch ein Drehort für "Herr der Ringe" (Ebene von Gorgoroth) gewesen ist und mich völlig in seinen Bann gezogen hat. Diese Gegend sah so surreal aus, wie ich noch nie zuvor eine Landschaft gesehen bzw erlebt hatte. Zum einen der völlig ebene, weiche, dunkle, leblose Boden des Kraters mit seinen angrenzenden schneebedeckten Bergen und zum anderen das riesige Schneefeld, dass direkt vor zwei rauchenden Vulkankratern lag und man an der flimmernden Luft sogar die austretende Wärme erkennen konnte. Wir liefen also weiter bis zu den "emerald lakes" und kehrten dann auf einem sehr stark ansteigenden Gebirgskamm um, da die Sicht immer schlechter wurde, es anfing leicht zu schneien und der Wind immer heftiger zu blasen begann. Wir brauchten ja auch noch eine Weile für unseren Rückweg, der zwar angenehmer zu laufen war, als der Aufstieg, aber dennoch unglaublich kräftezehrend gewesen ist. Nach 8,5 Stunden und ca. 18km Fußmarsch für insgesamt 2000 überwundene Höhenmeter (Startpunkt liegt auf ca. 800m; Emerald Lakes liegen auf knapp 1800m) erreichten wir föllig ausgelaugt den Parkplatz. Wir fuhren noch kurz nach Turangi, um uns ein deftiges Abendessen beim Asiaten zu gönnen und fuhren danach zu unserem nächsten Nachtlager - dem Parkplatz von Mangatepopo, der direkt in einer riesigen steppenartigen Landschaft am Fuße des Mount Ngauruhoe liegt (auch als Schicksalsberg von Mordor aus Herr der Ringe bekannt). Dort erlebten wir einen wundervollen Sonnenuntergang und ein Abendlicht, das dieser leblosen Gegend einen ganz besonderen Ausdruck verlieh. Wir waren die einzigen Menschen, die in einer erneut sehr sehr kalten Nacht dort übernachteten - das fühlte sich extra abenteuerlich an und wird wohl lange in Erinnerung bleiben. Am Sonntag morgen überraschte uns ein komplett wolkenloser Himmel und da stand dann "Mount Doom" (wie er hierzulande genannt wird) in seiner dunklen, schroffen und gefährlichen Schönheit vor uns. Er ist wohl der schönste aktive Vulkan, den ich je gesehen habe (okay, okay...ich habe noch nicht allzu viele aktive Vulkane gesehen, aber das macht ja nix^^). Da der Vortag noch arg in unseren Knochen steckte wanderten wir allerdings nur ein Stück in Richtung "südlicher Krater" und kehrten relativ zeitig wieder um. Das war auch völlig okay, denn wir hatten wirklich unglaublich viel gesehen und erlebt in diesen Wochenendstunden. So fuhren wir mit dem Auto noch einen kleinen Umweg durch den Süden des Nationalparks, machten halt an einem weiteren Drehort namens "Ithilien" (wo Gollum einen Fisch in einem idyllischen Flusslauf fängt), fuhren im Südosten an einer kleinen Wüste vorbei (ja, der Park hat auch noch ne Wüste!!! echt unglaublich...) und machten uns schließlich auf den Heimweg. Am schönsten war dann die heiße Dusche im Hostel, eine Mega Portion Nudeln und natürlich dann das Bett, welches nur noch mit einer Person geteilt werden musste ;) Alles in Allem war dieses Wochenende im Tongariro Nationalpark aber wahrhaft eines der schönsten Ereignisse, die ich hier in Neuseeland erlebt habe und ich habe schon die nächsten Wanderungen in den zahlreichen Nationalparks der Südinsel ins Auge gefasst, welche wir ab kommenden Montag bereisen werden.













































































Mittwoch, 3. November 2010

Halloween Party + Papamoa Hills

Hallöle,

heute ist Donnerstag und wir stehen wiedermal ohne Arbeit da :( leider durften wir nur die letzten 2 Tage bei Aerocool im Packhaus arbeiten - Franzi als Packer für Kiwis und Avocados und ich als "Stacker" (das bedeutet, dass ich den ganzen Tag die gepackten Kisten mit Aufklebern versehe, alle Kisten ordentlich verschließen muss, da die Palette sonst schief wird und die Früchte gequetscht werden könnten und auf eine Europalette bis ca. 2,40m Höhe staple)...was recht anstrengend ist und gestern im Accord gearbeitet wurde. Aber so vergeht die Zeit extrem schnell und man kann sich wenigstens viel mehr bewegen als beim Repacking - also eigentlich ein ganz angenehmer Job^^ Das Wochenende haben wir wohl also komplett frei aber gerade eben kam die Info, dass wir dann ab Montag wieder in einem anderen Packhaus anfangen können und dort "voraussichtlich" bis Ende der Woche durchziehen können! Schauen wir mal, was passiert ;)
Am letzten WE habe ich mit Merle, Annabell und Mathias wieder ein paar schöne Wanderungen gemacht. Zum Einen auf die Papamoa Hills, von denen man einen wunderbaren Ausblick auf unsere "Heimat" Te Puke und auch auf den Vulkanhügel Mt. Mounganui hat. Zum Anderen sind wir am Samstag am Strand von Maketu spazieren gewesen. Eigentlich wollten wir auch ein wenig in der Sonne liegen, aber der Wind war sehr stark und sehr sehr frisch. Für Kite-Surfer war es das Paradies. Die haben wir dann eine ganze Weile beobachten können, wie sie teilweise bis 5-6 Meter über die Wellen hüpfen. Da bekommt man glatt Lust, sowas auch mal auszuprobieren :) Ach ja, am Samstag Abend ist bei uns im Shed eine Halloween Party gewesen - sehr lustig mit vielen Ungeheuern, Hexen, Teufeln und Massenmördern^^ ich war eigentlich gar nicht darauf vorbereitet und hätte kein Kostüm oder ähnliches da gehabt, aber Marlen borgte mir ihre Gesichtsmalstifte und ich bemalte mich gleich vor Ort ohne Spiegel selbst. Das Ergebnis kann man den Bildern entnehmen ;) den anderen schien mein Kunstwerk aber gefallen zu haben und so kam die Party auch richtig ins Rollen. Es wurde getanzt, Gruselbilder gemacht und mir wurde von allen Seiten Bier, Wein und Schnaps angeboten. Ich nahm die Getränke natürlich dankend an - ich hatte ja selbst nix gekauft. Wieso also diese edlen Getränke ablehnen!? (Opa hätte das auch nicht getan ;) So wurde es dann auch wieder gegen 4:30 Uhr als ich torkelnd die Schiebetür unseres Autos erreichte. Ein feucht fröhlicher Abend, den ich dann am nächsten Morgen mit einem brutalen Kater bezahlen musste (hier nennt man das "Hangover"). Ich lag den halben Sonntag nur rum und guckte in die Röhre, aber ich war ja nicht der einzige, der sich nicht sonderlich bewegt hat an diesem Tag. Abends habe ich dann meine erste Runde Doppelkopf in Neuseeland gespielt (mit französischem Blatt und ein paar Sonderregelungen...was total ungewohnt für mich war, ich mich dann aber nach 3 Runden dran gewöhnt hatte) und habe sogar das Tagessieg erringen können...YEAH!
Im Hostel selbst ist es ziemlich ruhig geworden, denn viele aus dem alten Verband sind abgereist und man muss jetzt erstmal wieder die vielen neuen Gesichter kennenlernen. Es sind einige Engländer, Lateinamerikaner, Koreaner und Kanadier eingetroffen. Mal schauen ob wir überhaupt noch groß mit denen in Kontakt kommen, denn wir sind ja nur noch eine Woche hier und haben eher mit den "alten Bekannten" zu tun. Franzi wird übers WE mit 2 Mädels ans Eastcape fahren und erst Sonntag zurück kommen- da habe ich das Auto ganz für mich alleine und kann diagonal drin schlafen :) Vielleicht mache ich auch einen kleinen Ausflug, ich weiß nur noch nicht genau wohin....bis bald
























Freitag, 29. Oktober 2010

Coromandel Halbinsel, Cathedral Cove + Hot Water Beach

Bonjours
schonwieder ist eine Woche vergangen. Die Zeit rennt hier genauso weg wie in der Heimat. Das liegt zum einen daran, dass wir fast jeden Tag 9h auf Arbeit sind und zum anderen, dass man hier im Hostel echt jeden kennt und man sich dann abends nach der Arbeit  mit vielen unterhält, eine DVD anschaut oder Karten spielt. Es ist echt angenehm hier mit der vertrauten Sippe, aber leider wird ein Großteil an diesem Wochenende abreisen und nach neuen Gegenden und Arbeitsmöglichkeiten suchen. Auch die liebe Merle macht morgen erstmal nen Abflug, aber ich werde sie ja auf der Südinsel wiedersehen - wir haben eine gemeinsame Wandertour für Anfang Dezember durch den Kahurangi Nationalpark geplant, die über ca. 5 Tage andauern wird. Farnzi und ich bleiben aber noch fast 2 Wochen hier und versuchen jede sich bietende Arbeit zu ergreifen, denn die Tage bei SEEKA werden grad immer weniger, sodass man zusehen muss, wie man einen freien Tag mit alternativer Arbeit füllen kann. Das macht es grad ein wenig kompliziert, aber wir lassen uns nicht unter kriegen ;)
Letztes Wochenende bin ich ja mit Merle, Annabell und Mathias auf der Coromandel Halbinsel gewesen. Bei schönstem Wetter und nach ca. 3 Stunden und gefühlten 4 Mio. Kurven sind wir gut dort mit Merles Auto angekommen. Wir hatten uns vorher schon Verpflegung besorgt und konnten dann in aller Ruhe den Tag an diesem Wundervollen Strand namens Cathedral Cove genießen, der durch einen 15 minütigen Weg über Berg und Tal zu erreichen war. Der feine, helle Sand und das klare Wasser in dieser urigen Bucht luden uns herzlichst zum Baden ein. Auch wenn das Wasser noch recht kühl gewesen ist (14 Grad) war es trotzdem ein großes Vergnügen von den kleinen Felserhebungen in den Pazifik zu springen. Wieder am Strand angelangt, konnte man sich in nur wenigen Minuten von der brütenden Sonneneinstrahlung trocknen lassen bzw sich an dem kleinen Süßwasser-Wasserfall, der aus einer Steilwand direkt auf den Strand plätscherte, das Salz von der Haut abduschen. Nachdem wir dann nach 2 Stunden gut angebacken waren ging es weiter zum Hot water Beach, der von dort aus nur ca. 20 Minuten mit dem Auto entfernt gewesen ist. Wie schon fast zu erwarten, tummelten sich dort aufgrund des verlängerten Wochenendes sehr viele Menschen, die sich mit einer Schaufel eine kleine Wanne ausgruben und dort das Wasser aus der strandnahen Heißwasserquelle einfließen ließen. Man musste hierzu nur den genauen Zeitpunkt der Ebbe abpassen, damit man überhaupt in den genuß kommt, denn bei Flut überdeckt der Meeresspiegel dann diese Quelle. Leider hatten wir uns ein wenig in der Zeit versehen und sind dann quasi erst dann dort gewesen, als der Wasserpegel schon wieder zu steigen begann. Es war allerdings auch ganz gut so, denn man hätte aufgrund des Massenansturms zur Hauptzeit eh keinen vernünften Platz mehr für seine eigene "Heißwasserbadewanne" bekommen. So haben wir uns dann in aller Ruhe direkt über das Quellzentrum setzen können und wenigstens unsere stinkenden Wanderfüße abkochen können ;)
Da dieses Wochenende auch wieder komplett arbeitsfrei ist (leider) werden wir wohl das gute Wetter erneut für einen kleinen Ausflug nutzen. Mal sehen, wo es uns diesmal hintreibt :)